Rinderhaltung

Alle Haus- oder Wildtiere, die zur Gewinnung tierischer Erzeugnisse oder zu anderen land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken gehalten werden, sind laut Bundestierschutzgesetz landwirtschaftliche Nutztiere (§ 4 Z 6).

Auch an die Haltung von Rindern werden gesetzliche Mindestanforderungen gestellt.

    Bodenbeschaffenheit

    Der Boden muss rutschfest und sicher sein. Nasse und schmutzige Böden sowie technische Mängel wie scharfe Kanten führen zu Verletzungen.

    Die planbefestigte Liegefläche muss sauber, trocken und mit ausreichend Bodenbelag bedeckt sein.

    Die Haltung von Kälbern mit einem Gewicht von unter 150 Kilo auf Spaltenböden ist nicht erlaubt.

    Festgelegte Spaltenweite

    • Tiere bis 200 Kilo höchstens 2,5 Zentimeter.
    • Tiere über 200 Kilo höchstens 3,5 Zentimeter.
    • Mutterkuhhaltung höchstens 3 Zentimeter.

    Bewegungsmöglichkeit und Sozialkontakt

      Eine dauernde Anbindehaltung ist verboten. Bei Anbindung müssen die Tiere ungehindert stehen, fressen, abliegen und aufstehen können. Die Anbindestände müssen in Länge und Breite den Vorschriften entsprechen. Die Rinder müssen mindestens 90 Tage im Jahr die Möglichkeit zur freien Bewegung (Weide, Auslauf, Laufstall) haben.

      In Laufställen müssen genügend Liegeboxen oder –flächen vorhanden sein, sodass alle Tiere gleichzeitig liegen können.

      Stallklima (Licht, Luft, Lärm)

        Die Rinder müssen mindestens 8 Stunden am Tag einer Lichtstärke von mindestens 40 Lux ausgesetzt sein. Es darf Tageslicht und Kunstlicht sein. Der Lärmpegel im Stallbereich ist so gering wie möglich zu halten. Lärmquellen sollen vermieden werden. Eine dauernde ausreichende Durchlüftung des Stalles ohne Zugluft soll gegeben sein.

        Tränke und Fütterung

          Die Tränken und Fütterungseinrichtungen müssen den Bedürfnissen der Tiere entsprechen und z. B. in geeigneter Höhe angebracht sein. Die regelmäßige Reinigung der Fütterungseinrichtungen sollte selbstverständlich sein. Das Futter darf nicht verunreinigt oder verdorben sein. Die Futtermenge muss ausreichend sein.

          Betreuung

            Die Betreuung muss qualifiziert sein. Jedes Tier wird täglich auf seine Gesundheit hin kontrolliert. Der Zustand von Stall und Tieren bestätigt die ordnungsgemäße Versorgung.

            Eingriffe

              Gummiringe, Ätzstifte und Ätzsalben sind verboten. Enthornung, Kastration und andere Eingriffe dürfen nur - unter Einhaltung der Bestimmungen - von Tierärzten bzw. sachkundigen Personen vorgenommen werden.

              Ganzjährige Haltung im Freien

                Gute Bedingungen für eine Haltung müssen auch im Freien gewährleistet sein.

                Voraussetzungen für die Haltung im Freien

                • Trockene, überdachte Liegefläche für jedes Tier.
                • Befestigter Boden im Tränke- und Futterbereich.
                • Ausreichend Futter.