Tierzucht

Tierzucht ist die kontrollierte Fortpflanzung, um bestimmte Eigenschaften bei den Nachkommen zu erhalten. Durch gezielte Paarung oder künstliche Besamung wird versucht, den jeweiligen Zuchtzielen näher zu kommen.

Zuchtziele dienen vor allem der Verbesserung von Leistung und Qualität.Außerdem sind Zuchtziele abhängig von der Nachfrage des Verbrauchers. Um 1900 war fetthaltiges Fleisch beliebter als heute. Dennoch bleibt eine Anforderung gleich: Schmackhaft muss Rindfleisch immer sein. Sekundäre Zuchtziele sind ebenfalls wichtig. Gesunde, fruchtbare und langlebige Rinder zu züchten, bedeutet die Rinderhaltung wirtschaftlicher zu machen.

Einige Ziele der Rinderzucht sind:

Leistungs- und Qualitätsziele Sekundäre Ziele
Milchmenge Äußeres Erscheinungsbild
Milchinhaltsstoffe Gesundheit
Wachstum Fruchtbarkeit
Fleischmenge Langlebigkeit
Fleischqualität

Mitte des 18. Jahrhunderts begann man in England mit systematischer Tierzucht. Erfahrungen aus der arabischen Pferdezucht flossen in die Verbesserung der damals bekannten Rinderrassen ein. Auf dem europäischen Kontinent entwickelte sich die kontrollierte Züchtung von Rindern erst im 19. Jahrhundert. Charles Darwin trug durch seine Evolutionstheorie ebenso zu den Erfolgen bei wie Gregor Mendel mit seiner Vererbungslehre. Durch überwachte Auswahl besonders leistungsstarker Tiere für eine systematische Paarung entstanden schließlich einzelne Rassen, mit verschiedenen Spezialisierungen.

Mit Beginn der Tierzucht entstanden Züchterorganisationen, die die kontrollierte und systematische Zuchtarbeit überprüften. Der biotechnische Fortschritt beschleunigte die Zuchterfolge durch künstlicheBesamung und Embryotransfer.

Aufgrund der wirtschaftlichen Leistungsanforderungen werden nur wenige, leistungsstarke Rassen wie z. B. Fleckvieh oder Holsteiner bevorzugt. Deshalb ist Tierzucht auch nötig, um gefährdete Rinderrassen wie z. B. Tiroler Grauvieh oder Murbodner vor dem Aussterben zu bewahren.